Sie helfen, wo es nötig ist

Normalerweise arbeitet Daniela Dammeyer einen Tag in der Woche als Grüne Dame im EKM. Seit dem 17. März ist sie jeden Tag vor Ort, um zu helfen. Denn viele ihrer Kollegen gehören aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe und fielen aus. Es ist kein leichter Job. Als das generelle Besuchsverbot herrschte, brachte Dammeyer den ganzen Tag lang den Patienten Taschen mit Wäsche oder Geschenken auf die Stationen. „Abends hatte ich schmerzende Füße und Knie.“ Sie sprach mit den Patienten, die keinen Besuch empfangen durften, Mut zu, spendete ihnen Trost und heiterte sie auf. „Es sind oft die Kleinigkeiten, die dein Gegenüber erfreuen“, weiß auch Melanie Skolik. „Bei vielen Patienten habe ich gemerkt, wie sehr sie das kurze, nette Gespräch freut, das wir führen. Ich habe oft gemerkt, dass sie den menschlichen Kontakt und das Gespräch gesucht haben.“ Melanie Skolik hat über die Facebook-Gruppe „4330 hilft“ erfahren, dass das EKM ehrenamtliche Helfer sucht und sich spontan gemeldet. Sie ist vor oder nach ihrer Arbeit im Haus. „Sport war ja lange Zeit nicht möglich und ich kann so mit der freien Zeit etwas Sinnvolles tun.“

Die Ehrenamtlichen sind nicht nur für die Patienten da. Sie haben in der Zeit des Besuchsverbots den Angehörigen in der Eingangshalle erklärt, warum das Krankenhaus keine Besuche gestattet. Immer und immer wieder. Jetzt sind Besuche wieder erlaubt, aber nur in einem engen Rahmen. Auch das vermittelt Dammeyer nun den Angehörigen. „Wir haben zwar viele Informationen und Aufsteller, aber das ersetzt nicht das persönliche Gespräch“, weiß sie. „Es ist anstrengend, körperlich und auch psychisch, aber wir nehmen das auf uns, weil wir uns für die Patienten freuen, dass sie jetzt wieder besucht werden dürfen, und weil es wichtig für ihre Genesung ist.“

Krankenhausseelsorgerin Klaudia Schmalenbach weiß den Einsatz ihrer Grünen Dame sehr zu schätzen, und ist unendlich froh über die zusätzliche Unterstützung von anderen Ehrenamtlichen wie vielen  Studierenden und Mitgliedern der Facebookgruppe „4330 hilft“. „Dass sie uns spontan und unkompliziert helfen, ist eine große Entlastung – und ein toller Gewinn für das gesamte Haus.“

Auch Katharina Lange ist seit Wochen im EKM und hilft, wo Hilfe nötig ist. Eigentlich wäre die Studentin jetzt im Ausland, das war wegen der Corona-Pandemie aber nicht möglich. „Es hieß, die Krankenhäuser suchen Hilfe für den Ernstfall – da habe ich mich gemeldet und gesagt, dass ich auch im Alltag, nicht nur im Ernstfall helfen kann.“ Praktisch über Nacht hat sie ein Team von 20 Helfern organisiert. „Wir haben beispielsweise den Eingang aus der Tiefgarage ins EKM betreut, haben dort den Angehörigen und Patienten erklärt, wie die aktuellen Regeln im Haus sind.“ Was erst einmal nicht besonders spannend klingt, ist trotzdem oft erfüllend. „Eine Patientin, die regelmäßig zur Strahlentherapie muss und oft an mir vorbeikommt, hat mir gesagt, wie schön es ist, dass wir dort stehen und sie begrüßen und unter der Maske anlächeln“, sagt Lange. „Und auch von den Patienten und Mitarbeitenden auf den Stationen bekommen wir so viel Dankbarkeit, das ist toll.“ Da genügt oft schon ein Lächeln oder ein freundliches „Guten Morgen“, weiß sie aus eigener Erfahrung.

Nach und nach kehren nun die Grünen Damen und Herren ins Krankenhaus zurück. Daniela Dammeyer freut sich auf die Unterstützung, das Wiedersehen mit den Kollegen und die Entlastung. Doch für sie ist klar: „Ich würde das jederzeit wieder machen."

 

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