Weiterbildung Notfallpflege (DKG e. V.)
Leichte Verletzungen oder Erkrankungen sollten als solche erkannt und vorbereitet werden. Schwerverletzte oder erkrankte Patientinnen und Patienten müssen rasch und teils mit hohem Aufwand behandelt werden. Für die Patientin oder den Patienten bedeutet eine schnellstmögliche, fachkompetente und gut organisierte Erstversorgung einen entscheidenden Start in eine adäquate Weiterbehandlung von akuten lebensbedrohlichen Störungen bzw. Erkrankungen in der Klinik, wodurch Mortalität, Morbidität und Klinikaufenthaltszeit gesenkt werden können.
Die DKG hat am 29.11.2016 die DKG-Empfehlung für die Weiterbildung in dem Fachgebiet Notfallpflege verabschiedet. Besteht in einem Bundesland keine landesrechtliche Regelung der Weiterbildung, dient diese DKG-Empfehlung als Muster für eine landesrechtliche Ordnung der Weiterbildung. Das Inkrafttreten der „DKG-Empfehlung für die Notfallpflege“ wurde auf den 01.12.2016 in der aktuellen Fassung vom 04.07.2023 über die pflegerischen Fachweiterbildungen, festgesetzt. Diese Weiterbildung umfasst mindestens 720 Stunden theoretische und 1800 Stunden praktische Weiterbildung in festgelegten Einsatzbereichen. Die Weiterbildung schließt mit einer praktischen und mündlichen Prüfung ab.
Dauer, Form und Gliederung der Weiterbildung
Die Weiterbildung erfolgt als berufsbegleitende Weiterbildung.
Der theoretische Teil der Weiterbildung umfasst 720 Stunden und findet in modularer Form statt und besteht aus einem Basismodul sowie sechs Fachmodulen. Jedes Modul schließt mit einer Prüfung ab.
Die Module gliedern sich in die Moduleinheiten:
Basismodule:
- Berufliche Grundlagen anwenden
Fachmodule:
- Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme ersteinschätzen, aufnehmen und begleiten
- Patientinnen und Patientenin speziellen Pflegesituationen begleiten
- Patientinnen und Patientenmit akuten Diagnosen überwachen und versorgen
- Patientinnen und Patientenmit akuten traumatologischen Ereignissen versorgen und überwachen
- Abläufe in Notaufnahmen strukturieren und organisieren
Praktischer Teil der Weiterbildung:
Pflichteinsatzbereiche:
- Mindestens 920 Stunden in einer Notaufnahme, davon mindestens 300 Stunden in einer zentralen oder interdisziplinären Notaufnahme
- Mindestens 260 Stunden Intensivstation
- Mindestens 200 Stunden Anästhesie
- Mindestens 120 Stunden präklinische Notfallversorgung (Rettungsdienst)
Wahlpflichteinsatzbereiche:
- 300 Stunden sind auf die vorgenannten Einsatzbereiche oder weitere Bereiche wie z. B. OP, Kreißsaal, Herzkatheter, IMC, Psychiatrie, Stroke Unit zu verteilen.
Die angegebenen Einsatzzeiten sind Mindesteinsatzzeiten, die erforderlich sind, um die festgesetzten Lernziele zu erreichen. Die verbleibenden Stunden sind frei auf die Einsatzgebiete zu verteilen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Weiterbildung liegt auf der Vernetzung zwischen Theorie und Praxis. Sollte zu Beginn der Weiterbildung die neue DKG-Empfehlung oder eine neue gesetzliche Vorgabe vorliegen, wird das Konzept der Weiterbildung aktualisiert und angepasst.
Die Weiterbildung schließt mit einer praktischen und einer mündlichen Prüfung ab.