Darmkrebs verhindern

Lebensstil und Ernährung

Generell ist es wichtig, sich gesund zu ernähren und regelmäßig zu bewegen. Viele Krankheiten hängen mit falscher Ernährung und zu wenig Bewegung zusammen. Ein direkter Zusammenhang zwischen einer bestimmten Art der Ernährung und einer Darmkrebserkrankung ist aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Empfohlen wird, eher Geflügel und Fisch als rotes Fleisch zu essen, Vollkornprodukte statt solche aus raffiniertem Mehl und einfache Zucker durch komplexe Kohlehydrate zu ersetzen. 

Mehr Informationen zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung finden Sie auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Früherkennung & Vorsorge

Das wichtigste Instrument im Kampf gegen Darmkrebs sind die Vorsorgeuntersuchungen.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für folgende Vorsorgeuntersuchungen:

  • Frauen von 50 bis 54 Jahren: ein immunologischer Stuhltest pro Jahr
  • Frauen ab 55 Jahre: zwei Darmspiegelungen im Abstand von mind. zehn Jahren
  • Männer ab 50 Jahre:  zwei Darmspiegelungen im Abstand von mind. zehn Jahren ODER ein immunologischer Stuhltest pro Jahr

Sollte der Stuhltest auffällig sein, wird die anschließende Darmspiegelung natürlich auch bezahlt.

Ab 55 Jahren haben Frauen und Männer alle zwei Jahre Anspruch auf einen immunologischen Stuhltest, solange noch keine Darmspiegelung in Anspruch genommen wurde.

Die erste Anlaufstelle ist in der Regel Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt. Dort werden allgemeine Untersuchungen vorgenommen – um andere mögliche Erkrankungen zu erkennen oder auszuschließen. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt bespricht mit Ihnen Ihre Symptome, klärt Ihre Krankengeschichte ab und erkundigt sich nach Erkrankungen in der Familie.

Sie oder er kann einen Stuhltest veranlassen, mit dem festgestellt werden kann, ob sich verstecktes Blut im Stuhl befindet.

Stuhltest

Der immunologische Stuhltest ist eine wichtige Darmkrebsvorsorgeuntersuchung, mit der verstecktes Blut im Stuhl erkannt werden kann. Er senkt die Wahrscheinlichkeit, dass Darmkrebs auftritt, um ca. 20 Prozent – auch die Wahrscheinlichkeit, an dem Tumor zu versterben, sinkt um 20 Prozent.

Polypen oder Tumore im Dickdarm haben feine Blutgefäße. Diese können leicht verletzt werden und bluten. Dieses Blut sickert in sehr geringen Mengen in den Stuhl – es ist nicht sichtbar, kann aber durch den Stuhltest nachgewiesen werden. Da diese Blutungen nicht permanent stattfinden, ist es wichtig, den Stuhltest einmal im Jahr durchzuführen.

Das Probenset erhalten Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sie entnehmen die Stuhlprobe zuhause, eine Anleitung liegt dem Set bei. Das Probenröhrchen mit der Stuhlprobe geben Sie spätestens am nächsten Tag in das Praxis ab, es wird in ein Speziallabor geschickt. Das Ergebnis besprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wichtig: Ein positiver Stuhltest bedeutet nicht automatisch, dass Sie an Darmkrebs erkrankt sind. Nur bei 5 Prozent der positiven Tests sind Karzinome die Ursache. Andere Ursachen sind Polypen oder Adenome, also die gutartigen Vorstufen (49 %), entzündliche Darmerkrankungen (31 %) oder sonstige Blutungsquellen wie Hämorrhoiden (15 %). Ein positiver Stuhltest sollte unbedingt durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.

Darmspiegelung

Die Darmspiegelung ermöglicht eine sichere Diagnose. Eine Darmspiegelung wird in der Regel ambulant durchgeführt, entweder in spezialisierten Praxen oder im Krankenhaus. Die Ärtzinnen und Ärzte benötigen dafür eine entsprechenden Qualifikation.

Vor der Darmspiegelung muss der Darm gereinigt werden, da sonst die Sicht eingeschränkt ist. Das heißt, dass Sie einige Tage vor der Untersuchung auf schwer verdauliche Speisen verzichten sollten, zum Beispiel auf Vollkornprodukte und andere kern- oder faserhaltige Lebensmittel, denn diese benötigen relativ lange, um den Darm zu verlassen. Am Tag vor der Untersuchung und/oder am Morgen der Untersuchung nehmen Sie Abführmittel ein, das Sie zusammen mit einer genauen Anleitung von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten. Sie sollen viel trinken. Feste Nahrung ist nicht mehr erlaubt.

Die Darmspiegelung dauert etwa 20 bis 30 Minuten und ist zwar unangenehm, aber weitgehend schmerzarm. Auf Wunsch erhalten Sie ein Beruhigungsmittel, das Sie in einen Dämmerschlaf versetzt, oder eine Schlafspritze, das ist eine Kurznarkose oder Sedierung, die eine Art medikamentöse kurze Bewusstlosigkeit bewirkt. Sollte das der Fall sein, dürfen Sie nach der Untersuchung an diesem Tag keine Fahrzeuge führen – daher sollten Sie sich von jemandem nach Hause bringen lassen.

Bei der Darmspiegelung wird ein Endoskop in den Darm eingeführt. Das ist ein flexibler Schlauch (Durchmesser ca. sieben bis zehn Millimeter) mit einem Lichtleiter, einem Luftkanal und einer kleinen Kamera. Die Bilder werden auf einen Monitor weitergeleitet.

Das Endoskop wird bis an die Grenze zum Dünndarm geschoben. Über den Luftkanal wird Kohlendioxid (CO2) in den Darm geblasen, damit sich die Darmwände gut entfalten. CO2 wird von der Darmwand aufgenommen und verursacht deshalb keine/äußerst selten blähungsbedingte Bauchschmerzen. Die Ärztin oder der Arzt begutachtet mithilfe der Kamera beim Zurückziehen des Endoskops die Darmschleimhaut in allen Abschnitten des Dick- und Mastdarms. So können auch kleinste Veränderungen gut erkannt werden.

Wird ein Polyp entdeckt, kann er direkt entfernt werden. Dafür werden kleine Schlingen durch das Endoskop geführt, die über Hochfrequenz-Strom den Polypen abtragen. Mit speziellen Instrumenten können auch Gewebeproben für weitere Untersuchungen entnommen werden.

Risiken: Die Darmspiegelung ist eine sichere und schonende Untersuchungsmethode. Selten kann es zu Verletzungen der Darmschleimhaut kommen. Menschen mit Herschrittmachern, Defibrillatoren oder Metallimplantaten ihre Ärztin oder ihren Arzt darüber informieren. Das ist wichtig, falls ein Polyp mit Hochfrequenz-Strom abgetragen werden sollte.

Virtuelle Koloskopie

Die virtuelle Koloskopie ist eine radiologische, nicht-invasive Untersuchungsmethode. Dabei werden mit Hilfe der Computertomographie (CT) Schnittbilder des Darms gemacht. Es ist nicht erforderlich, ein Instrument oder eine Kamera in den Darm einzufügen. Die virtuelle Koloskopie wird angewendet, wenn eine Darmspiegelung nicht möglich ist oder nur unvollständig durchgeführt werden kann, weil beispielsweise Darmeinengungen vorliegen.

Auch hier ist es wichtig, den Darm vor der Untersuchung vollständig zu reinigen. Das heißt, dass Sie einige Tage vor der Untersuchung auf schwer verdauliche Speisen verzichten sollten, zum Beispiel auf Vollkornprodukte und andere kern- oder faserhaltige Lebensmittel, denn diese benötigen relativ lange, um den Darm zu verlassen. Am Tag vor der Untersuchung und/oder am Morgen der Untersuchung nehmen Sie Abführmittel ein, das Sie zusammen mit einer genauen Anleitung von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten. Sie sollen viel trinken. Feste Nahrung ist nicht mehr erlaubt.

Genau wie bei der normalen Darmspiegelung wird Kohlendioxid (CO2) in den Darm geblasen, damit sich die Darmwände gut entfalten. CO2 wird von der Darmwand aufgenommen und verursacht deshalb keine/äußerst selten blähungsbedingte Bauchschmerzen. Dann werden die Aufnahmen gemacht. Neben dem Darm können auch weitere Organe und Gefäße im Bauchraum beurteilt werden. Die Untersuchung dauert in der Regel ca. 20 Minuten. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen werden Sie gebeten, kurz die Luft anzuhalten. Eine spezielle Computersoftware wandelt die Aufnahmen dann in 3D-Bilder um, mit deren Hilfe das Darminnere umfassend abgebildet werden kann.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Untersuchung in der Regel nicht, viele private Krankenversicherungen tun dies auf Anfrage.

Risiken:  Es besteht das Risiko, dass kleine oder flache Polypen bei dieser Untersuchungsmethode übersehen werden könnten. Entzündliche Veränderungen der Darmwand können so ebenfalls nicht erkannt werden. Außerdem ist es nicht möglich, während der Untersuchung eine Gewebeprobe zu entnehmen. Sollten sich in der virtuellen Koloskopie Polypen darstellen, müsste dann die Endoskopie mit Polypenabtragung erfolgen.

Kapselendoskopie

Besteht in seltenen Fällen der Verdacht auf einen Dünndarmtumor oder eine Dünndarmblutung, kann eine Kapselkoloskopie durchgeführt werden.

Vor der Kapselendoskopie muss der Darm gereinigt werden, da sonst die Sicht eingeschränkt ist. Das heißt, dass Sie einige Tage vor der Untersuchung auf schwer verdauliche Speisen verzichten sollten, zum Beispiel auf Vollkornprodukte und andere kern- oder faserhaltige Lebensmittel, denn diese benötigen relativ lange, um den Darm zu verlassen. Am Tag vor der Untersuchung und/oder am Morgen der Untersuchung nehmen Sie Abführmittel ein, die Sie zusammen mit einer genauen Anleitung von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten. Sie sollen viel trinken. Feste Nahrung ist nicht mehr erlaubt.

Die Kapsel selbst schlucken Sie mit etwas Wasser. Nach zwei Stunden dürfen Sie klare Flüssigkeiten trinken, nach vier Stunden in der Regel kleine Mahlzeiten essen. Nach sechs bis acht Stunden hat die Kapsel den Dünndarm passiert. Sie können sie einfach in der Toilette wegspülen. Sie ähnelt einer großen länglichen Tablette. Sie verfügt über Lichtquellen, nimmt Bilder auf und sendet diese auf ihrem Weg durch den Magen-Darm-Trakt an einen Monitor. Ein Gürtel mit einem Empfangsgerät ist nötig, damit diese Übertragung funktioniert.

Diese Untersuchung ist nicht-invasiv, komplikationsarm und schmerzfrei. Es werden keine Sedierungen oder Beruhigungsmittel benötigt.

Zu den Nachteilen zählt, dass die Zuverlässigkeit noch nicht so gut erwiesen ist wie bei einer Darmspiegelung. Ein Teil der Tumore und Krebsvorstufen kann unerkannt bleiben. Außerdem ist es nicht möglich, Gewebeproben zu entnehmen oder Polypen zu entfernen. Dafür ist dann eine anschließende Darmspiegelung nötig. Die Kosten für eine Kapselendoskopie übernimmt die Krankenversicherung bisher nur in Ausnahmefällen.

Risiken: Es besteht das äußerst geringe Risiko, dass die Kapsel in unentdeckten Engstellen stecken bleibt und dann operativ entfernt werden muss. Das passiert bei weniger als einem Prozent der Untersuchungen. Wenn Sie unter Schluckstörungen  oder ausgeprägter Darmträgheit leiden, müssen Sie vorab Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren.

 

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